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Appel, Carl. Das Leben und die Lieder des trobadors Peire Rogier. Berlin: Druck und Verlag von G. Reimer, 1882.

225,011- Guilhem de Montanhagol

 

Peire Rogier mit Unrecht zugeschriebene Lieder.

 IV.

 

Die Handschriften Ch weisen das Lied Guilhem von Montanhagout oder Montanhagol de tholoza zu, in P ist der Name des Verfassers nicht beigefügt, das erste Register von C bezeichnet als Variante zu Guilhem Peire Rogier als Verfasser. Wir haben keinen Grund an der Autorschaft Guilhem’s zu zweifeln.

Guilhem von Montagnagout gehört der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts an (s. Diez L. u. W. 575 ff., Milá 173 ff.). Wir treffen den Trobador mehrfach in Beziehungen zu Spanien; eins seiner Lieder ist an Jaime von Aragon gerichtet, mehrere an Alfons von Castilien. Den letzten dieser beiden Fürsten werden wir auch im emperaire der zweiten Tornada zu erkennen haben; Alfons wurde 1257 zum Kaiser gewählt, so dass das Lied dann nach diesem Jahr gedichtet sein wird.

Graf von Cominges war in jener Zeit Bernard VII. (1241—94). An ihn scheint also das Gedicht in erster Linie gerichtet zu sein.

Ueber den Namen in der letzten Tornada kann ich um so weniger sagen, als die Handschriften in seiner Lesart von einander abweichen.

Die Form unseres Gedichts stimmt mit der des vierzehnten Liedes des Mönchs von Montaudon überein, und die Reime hier sind dieselben wie in der ersten Strophe jenes Liedes. Abweichend aber ist des Mönchs Form darin, dass er in jeder Strophe neue Reime wählt und dass er in der ersten Zeile jeder Strophe den Inhalt des letzten Verses der vorhergehenden wieder aufnimmt. Da aber des Mönchs Gedicht erotischen, Guilhem’s moralisirenden Inhalts ist, werden wir auch schon abgesehen von der Chronologie dieses als jenem nachgedichtet bezeichnen müssen.

 

 

 

 

 

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