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Soltau, Otto. Die Werke des Trobadors Blacatz. "Zeitschrift für romanische Philologie", 23 (1899), pp. 201-248.

097,006- Blacatz

 

Gruppierung in HIKN und CDI²S wird ermöglicht durch v. 36, indem hier in Tot cant eu li qerria und Tot quan de uos uolria zwei Lesarten sich gegenüberstehen, die bereits die beiderseitigen Typen α und β unterschieden haben müssen. Im Recht ist α, schon darum, weil die im Text von β enthaltene versteckte Bitte in den Zusammenhang ganz und gar nicht hineinpaſst. Daſs CDI²S nicht etwa unabhängig von einander die Verschlechterung der originalen Lesart vorgenommen haben können, liegt auf der Hand. Zum Ueberfluſs wird die Sonderung der Hss. gemäſs 36 bestätigt durch 9 (Et eu donc α, Las eu donc, bezw. adoncs, edoncs β), 41 (a ! α, ai ! β) und — wenigstens einseitig — 44 (desuierai, desuiarai β). Die Gruppenbildung innerhalb α vollzieht sich auf Grund von v. 31. Dessen Lesarten sind vermutlich allesamt nicht echt, doch zeigt das Zusammengehen von N und S, d. h. zweier Hss. verschiedener Familienzugehörigkeit, daſs die ursprüngliche Lesart derjenigen dieser beiden nahe gestanden haben muſs, womit übrigens die Varianten der anderen Hss. nicht in Widerspruch stehen. Engste Verwandtschaft verraten aber hier durch ihr einmütiges Zeugnis (si ben mi fazia) die Hss. HIK, die auch 39 mit falscher Lesart (sab prop gegen saprop) sich an einander schlieſsen. Nun müſste freilich das Fehlen der letzten Strophe mitsamt der Tornada in IKN eine Sonderung HIK : N bedenklich erscheinen lassen, wenn nicht die buchstäbliche Uebereinstimmung von H und S in 55 (qar il nos ses ges mia), 60 (tutor [sic] uos fuziria) — wozu man auch 66 (uol n H, uolen S) halten mag — die Gewiſsheit gäbe, daſs H diesen in α bereits fehlenden Schluſsteil des Gedichts dem Typus β entlehnt hat. Eine letzte Unterabteilung IK resultiert aus 9, 32, 44, 45. Die Hss. des Typus β andererseits scheiden sich in die Gruppen CS und DI², erstere beglaubigt durch 9, 22, 28, letztere vor allem durch die Lesart fimria (gegen fuziria der übrigen Hss.) in 60. Was I2 in 3, 13, 53, 56, 57 allein bietet, ist verderbt und Eigentum des Kopisten. — Ein Wort bleibt noch zu sagen über D und seine ganz eigentümliche Haltung. Der Schreiber dieser Version hat nämlich nicht nur geändert, wo er nicht verstand, er hat auch gebessert, was ihm nicht gefiel. So hielt er es für angebracht, gleich in Str. 1 die direkte Anrede der Dame einzuführen (v. 7, 8), weil er sie in den übrigen fand. Dabei verfuhr er aber wieder nicht gründlich und sorgfältig genug und setzte sich so in Widerspruch mit 6 (vielleicht hat er feira als 1. Person gefaſst) und vor allem mit 12. Des weiteren finden wir, ganz abgesehen von kleineren Aenderungen, durchaus willkürliche Entstellungen in 15, 22, 30, 31 („mit dem Schein des Rechten“), 42, 45, 54 (über 55 an anderer Stelle), 61. Mit einem Wort, der urkundliche Wert der Version D ist gleich Null. — Die gewonnenen Resultate in anschaulicher Darstellung vorzuführen, ist Zweck des folgenden Stammbaums:

Anm. Grundlage des Textes ist H.

 

 

 

 

 

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