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Appel, Carl. Bernart von Ventadorn, seine Lieder, mit Einleitung und Glossar. Halle a. S.: Verlag von Max Niemeyer, 1915.

070,010- Bernart de Ventadorn

 

10.

 

Die Strophenfolge ist, wenn wir die durch NQa vervollständigte Folge von ADIK zu Grunde legen, diese:

1
2
3
4
5
7
 
 
ADIK
1
2
3
4
5
6
7
8
N
1
2
3
4
5
6
7
 
Qa
1
2
3
4
6
7
 
 
MSi
1
2
7
3
4
5
6
8
1
2
7
5
4
6
3
8
G
1
2
6
4
3
5
7
8
C
 
2
6
4
3
5
7
8
PR¹(W?)
1
2
5
6
4
3
7
 
V

Durch die Zahl und die Reihenfolge der Strophen werden, ebenso wie durch die Varianten, die Handschriften in ziemlich klare Gruppen geschieden. V. 22-26 stehen einander gegenüber:

ADIK
die anderen:
     Garit m’agra si m’aucizes,
     c’adoncs n’agra faich son voler ;
     mas ieu no cre qu’ela fezes
     re c’a me tornes a plazer.
agra·n esglai     e penedera s’en ?
     Garit m’agra si m’aucizes,
     c’adoncs n’agra fach son plazer;
     mas lo sieu cors gais e cortes,
     lo genser c’om posca vezer,
agra·n esmai     e penedera s’en.

Die zweite Fassung hat den Vorzug, daß die Wiederholung des Reimwortes fezes (schon v. 17) vermieden wird. Aber die Fassung ADIK bringt in v. 24, 25 einen neuen und wichtigen Gedanken, während die andere nur aus banalen Worten besteht. Zudem ist in ADIK die innere Strophenteilung bewahrt, während die zweite Fassung Enjambement zeigt, und zwar in schärferer Form als in Str. 6, die sonst allein noch Enjambement hat. Die Wiederholung der Reimwörter wird auch sonst bei Bernart nicht gänzlich vermieden. So findet sich auch in diesem Lied noch jauzimen v. 5 und 19, eschai v. 5 und 33. Wir werden also in den genannten Versen ADIK für richtig halten. Alle anderen werden hier durch einen gemeinsamen Fehler zu einer Gruppe zusammengefaßt.

Die im Wesentlichen gleiche Gegenüberstellung finden wir in v. 2 (Que : Can), 3, 46.

Innerhalb der ersten Gruppe werden DIK durch v. 17 (mes f.) wieder zusammengehalten. IK stehen natürlich in ihrer üblichen engsten Gemeinschaft.

Auf der anderen Seite gehören MSia durch v. 12, 18, 24, 42, 47 zusammen, MSi durch das Fehlen der 5. Strophe und durch 5, 6, 40, 45.

CGNPQRV trennen sich v. 26 durch esmai auch von MSia.

Unter ihnen treten CPR wieder durch die Strophenstelhung und durch zahlreiche Varianten zusammen: 12, 16, 23, 25, 29, 30, 33, 35, 38, 42, 49, PR noch enger durch das Fehlen der ersten Strophe und durch Varianten in 13, 19, 51. Andererseits GNQ durch 6, 7, 17, 24, 30, 40, NQ durch 44, 47. In v. 44 stellt sich NQ durch joya auffallender Weise zu ADIK.

Unklar bleibt die Verwandtschaft von R² und V. V zeigt in v. 46 (aver) einen gemeinsamen Fehler mit ADIK, gehört aber sonst zur zweiten Gruppe, s. v. 22-26, und zwar zu CGNPQR: v. 26, näher zu CPR in 9, 37, zu GNQ in 21, 42. Noch bestimmter gehört R² zur zweiten Gruppe, und zwar besonders zu CPR, s. 16, 35, 37, 38, 49. In v. 3 aber stellt es sich mit V zu ADIK, in v. 7 und 40 zu GNQ. Die Verwandtschaft mit V zeigt sich auch in 9, 19 und 46, welch letztere Variante besonders charakteristisch für die Mittelstellung der Hds. ist. Auch a schwankt, trotz seiner Verwandtschaft mit MSi, einige Mal. In v. 5 hat es mit ADIK richtiges seschai, in 9 und 49 geht es mit GNQ.

Abgesehen von Hds. R²V läßt sich mit mehr als gewöhnlicher Sicherheit der Stammbaum zeichnen:

 

 

 

 

 

 

 

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