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Appel, Carl. Bernart von Ventadorn, seine Lieder, mit Einleitung und Glossar. Halle a. S.: Verlag von Max Niemeyer, 1915.

070,001- Bernart de Ventadorn

4. Von den gegenüberstehenden tenh MPQSUa und cre(i) ABDIKLRTV (sai nur in CG) habe ich mich für tenh entschieden, weil es von den Abschreibern weniger leicht eingeführt worden wäre. Freilich begegnet genau die gleiche Konstruktion bei Bernart nicht wieder.
 
10. Merauillas falz (son) car sofris ABDIK oder Que·m meravilh com o s., mit einigen Abweichungen, CPQSUVa ? Da auch GLMRT, in verschiedenen Lesarten, mit Merauilh ... beginnen, wird die asyndetische Konstruktion als ursprünglich gelten dürfen.
 
12.
Cella don sui g.
ABDIK
Per quieu (que) sui tan g.
MPSU
 „    cui               „   „  „
GL
So don               „   „  rics
Qa
Zo per queu sui g.
V
Sell per cui son g.
T etc.
 
 
Tan steht in GLMPQRSUa, fehlt in ABCDIKTV. In der Vorlage hat vermutlich gestanden Per cui sui gais e jauzens, mit dem Mangel einer Silbe, welche von den Schreibern in verschiedener Art ergänzt ist. Die natürlichste dieser Ergänzungen ist tan (dire alcu „jemanden nennen“ ABDIK begegnet sonst bei Bernart nicht).
 
23. Der Überlieferung nach sollte man eher que·n an den Anfang des Verses stellen. Aber die Hdss. weichen so stark ab, daß die Lesung überhaupt zweifelhaft wird. So darf man das auf beiden Seiten vertretene ni·n an Stelle des schwerfälligeren (qui...) que·n setzen.
 
31. Levy, unter formir 8, fragt zu diesem Vers: „ist ‘jeder soll für seine eigenen Sachen sorgen, sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern‘ zu verstehen? Oder gehört die Stelle zu 7 ‘für sich sorgen, Vorteil, Nutzen ziehen‘, und ist zu deuten ‘jeder soll aus seinem Tun Nutzen ziehen‘?“. Ich verstehe: „ein jeder sorgt naturgemäß für das, was seines Amtes ist, was seiner Art entspricht“. Mein mestier ist das Lieben. Wenn Ihr denkt, mich in meiner Liebe wankend zu machen, so gebet diese Idee auf.
 
46. Die Lanze des Peleus ist wohl am ehesten aus Hygin, Fabel CI entnommen: Telephus Herculis et Auges filius ab Achille in pugna Chironis hasta percussus dicitur. ex quo vulnere cum in dies tetro cruciatu angeretur petit sortem ab Apolline quod esset remedium: responsum est, ei neminem mederi posse, nisi eandem hastam qua vulneratus erat. Vielleicht kannte Bernart die Stelle Hygins als Kommentar zu Ovid, Rem. am. v. 47, wo die Lanze Chirons als die vom Pelion „Pelias hasta“ bezeichnet wird. Er konnte sie aber mit Recht auch Lanze des Peleus nennen, von dem sie ja Achill erhielt.
 
48. per eis loc CGPRSV ist erwägenswert, aber doch schlechter bezeugt. Bei jeder der beiden Lesarten wird der Inhalt der anderen Fassung unterverstanden.
 
55. Für die Lesart mit chauzir spricht nicht so sehr, daß albir sonst bei Bernart nicht bezeugt ist, als die Einschränkung des Urteils, die in al meu albir liegt. Und so werden wir denn auch in v.
 
58 aus derselben Gruppe von Hdss. enansa aufnehmen, obwohl es schon v. 29 Reimwort ist. Wir befinden uns ja in der Tornada. Übrigens begegnet auch avansar bei Bernart sonst nicht.
 
61-64. Diese Verse stehen nur in C. Sie sind so matt, daß man an ihrer Echtheit zweifeln darf. Wären sie echt, so müßte man sie vor VIII stellen.

 

 

 

 

 

 

 

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