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Appel, Carl. Bernart von Ventadorn, seine Lieder, mit Einleitung und Glossar. Halle a. S.: Verlag von Max Niemeyer, 1915.

070,043- Bernart de Ventadorn

1. Ob Bernart den Vogel lauzeta oder alauzeta genannt hat, läßt sich natürlich aus den Handschriften nicht entnehmen. Die meisten trennen das a vom Substantivum ab, und die wenigen, welche lalauzeta schreiben, beweisen selbstverständlich nichts gegen die Form mit anlautendem l. Die modernen Dialekte haben beide Formen. Mistral führt gerade lauseto als limousinisch an. So habe ich mich für lauzeta entschieden.
 
3. que ist, wie qui in DLMPS, als Relativum zu nehmen, nicht als Konjunktion.
 
13. me ist als Reimwort von den Hdss. schlechter bezeugt als se, auf das auch sen und fe zurückführen. Aber im nächsten Vers hat se die unbedingte Majorität, und als Reimwort in v. 23 ist se ganz sicher. So setzen wir hier doch me in den Reim.
 
28. deschaptener ist m. W. nur hier und einmal bei Giraut de Bornelh belegt (s. Levy II, 119b), dort synonym mit estraire: a saubuda M’estrai So que·m fes gai E m’en deschapte „beraubt mich dessen“. Chaptener heißt „maintenir, gouvenier, défendre“, deschaptener mithin „des Haltes, des Schutzes berauben, im Stich lassen“.
 
29. Da die Strophe hinter dem vierten Vers immer einen stärkeren Einschnitt zeigt, werden wir auch hier v. 29, 30 mit den folgenden, nicht den vorhergehenden Versen verbinden.
 
34. per qu’e·lh o retrai: weibliche Handlungsweise ist törichte Weise, und da sie eben unverständig, sinnlos, wie ein Weib handelt, muß ich es ihr vorwerfen.
 
35. qu’om deu voler. Natürlicher würde erscheinen „was sie wollen soll“. Aber om steht in fast allen Hdss., und dem Gedanken kann ja sehr wohl der allgemeinere Ausdruck gegeben werden, wie auch im folgenden Vers das Verbot als von allgemeiner Auffassung ausgehend, ausgesprochen wird.
 
 
38. Das 28. Proverbe au vilain lautet Sages hon ne chiet ou pont, was erklärt wird: Sage home ne chara ja au pont, quar il decend, nämlich vom Pferde, das er am Zügel über die holprige Brücke führt (s. Tobler, Prov. au vilain S. 13 und 124). Die Stelle, welche Schultz-Gora, Prov. Elementarbuch² S. 147 noch anführt: Richart von Berbezil, MG. 286, 1 aissi cum cel que pass’un estreit pon, qui no s’ausa nula part desviar scheint mir mit unserem Vers nichts zu tun zu haben.
 
48. casse 10, 7 zeigt, daß laisse bei Bernart Konjunktivform sein kann. Aber lais se morir ist natürlich ebenso möglich.
 
50. lo dreihz qu’eu ai, denn: Amor a null’ amato amar perdona.
 
54. s. Anm. zu 14, 10. Ich verstehe also mort als mortem, „ich antworte ihr durch den Tod“, nicht wie Schultz-Gora l. c. erklärt: „per mort ,als Toter’, d.h. eigentlich ,an Stelle eines Toten’“.
 
 
57. Levy, Litbl. 1898, 155 schlägt vor, aver hier mit „erfahren, lernen“ zu übersetzen, für welche Bedeutung er im Supplwb. I, 112b mehrere Beispiele bringt; also „Ihr werdet nichts von mir erfahren“. Die genauere Übersetzung des aver an jenen Stellen ist aber wohl „entnehmen“, und das zeigt, daß wir das Wort hier nicht in gleicher Weise übersetzen können. Im Zusammenhang mit dem folgenden de chantar me gic e·m recre verstehe ich: „Ihr werdet nichts (keine Kanzone und keinen Vers) von mir haben“, s. 10, 45.

 

 

 

 

 

 

 

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